Viele haben sicherlich schon mitbekommen, dass verschiedene
ATTAC-Vertreter/innen gegen berechtigte militante Aktionen wie in Genua
auftreten. Doch dies sind keine Statements einzelner, sondern sogar im
Selbstverständnis festgeschrieben. Das ATTAC-Selbstverständnis tritt gegen
jegliche Gewalt auf, also auch gegen die militanten Aktionen gegen Nazis,
Aktionen gegen Streikbrecher etc., indem lediglich friedliche Aktionsformen als
zulässig erklärt werden: „Daraus ergibt sich, dass die Aktionsformen friedlich
sind."
(Das Selbstverständnis von ATTAC, Oktober 2001, Seite 4)
Auch zu Rosas und Karls Zeiten gab es Vertreter, die rein
friedliche Aktionsformen propagiert haben. Diesen antwortete Rosa bereits auf
dem Parteitag der SPD 1898: „Im übrigen bin ich der Meinung, dass dieser Staat
zerstört werden muss."
Und dass damit sicherlich keine friedlichen Aktionsformen
gemeint sind, kann man sich denken.
Und obwohl in verschiedenen ATTAC-Publikationen immer versucht
wird, sich als eine völlig neue Bewegung zu verkaufen, scheint aber Karl
Liebknecht diese Positionen bereits 1902 gekannt zu haben. So aktuell und auf
heutige ATTAC-Positionen zutreffend ist seine Beschreibung der damaligen
Reformisten. Das Credo damaliger wie heutiger Reformisten besteht
„1. in dem wahren Gottvertrauen auf eine mystische
Wunderkraft, genannt 'Demokratie'; 2. in der Unterschätzung des Gegensatzes
zwischen Proletariat und Bourgeoisie, zwischen Sozialismus und Kapitalismus,
sowie in der daraus resultierenden starken Hoffnung auf friedliche, glatte
Entwaffnung und Gewinnung der Bourgeoisie oder ganzer Teile von ihr, vor allem
durch die Kraft der Überredung; 3. - trotz aller Vorbehalte - in dem Abschwören
der 'Revolution', der 'gewaltsamen Aktion'."
Und nicht zuletzt die Praxis der Novemberrevolution zeigt,
dass Rosa und Karl keine Reformisten und Pazifisten waren.
ATTAC-Position: USA die „einzig verbliebene Supermacht"
CONTRA Karl Liebknecht: „Der Hauptfeind steht im eigenen
Land!"
In vielen ATTAC-Flugblättern wurden während des Irak-Krieges
die Verbrechen des US-Imperialismus angeprangert, aber der deutsche
Imperialismus wurde fast gänzlich aus der Schusslinie genommen. Dazu passt dann
auch, dass die USA als die „einzig verbliebene Supermacht" (Flugblatt der
AG Globalisierung und Krieg: Keinen Krieg gegen den Irak, 15.2.03) bezeichnet
wird. Kein Wort dazu, dass der deutsche Imperialismus seit Jahren als
Kriegstreiber und Besatzer in Bosnien, Mazedonien, Kosovo und Afghanistan seine
Truppen stationiert hat.
Rosa und Karl dagegen haben immer gegen die Positionen der
Vaterlandsverteidigung gekämpft und die Verbrechen des deutschen Imperialismus
angeprangert, sei es der Völkermord an den Herero im heutigen Namibia, die
Beteiligung am Völkermord an den Armenier/innen oder die Unzahl der deutschen
Kolonialverbrechen. Bereits im Mai 1915, mitten im Kriegstaumel, formulierte
Karl Liebknecht auf Demonstrationen und in Aufrufen die bis heute gültige
Position:
„Der Hauptfeind steht im eigenen Land ...:
DER DEUTSCHE IMPERIALISMUS!"
Karl Liebknecht
Gewerkschafter/innen / Antifas gemeinsam gegen Dummheit und
Reaktion
Attacke gegen deutschen Nationalismus
Unser NEIN zum Krieg gegen den Irak
heißt niemals JA zu den deutsch - nationalen Interessen
Den Krieg des US-Imperialismus bekämpfen,
den deutschen Imperialismus
und seine Armee ZERSCHLAGEN !
Deutsche Soldaten, deutsches Geld - morden heute in aller Welt
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