Solidarität und gegenseitige Unterstützung im Kampf gegen Ausbeutung, staatliche Unterdrückung und den Vormarsch der Nazis!
Aufruf an alle linken
Gewerkschafterinnen und Antifa:
Die Schraube der Ausbeutung und des Sozialabbaus wurde
und wird in den letzten Jahren massiv angezogen. Gerade auch mit Hilfe von
verschärften, staatlich organisierten Unterdrückungsmaßnahmen (Hartz IV,
1-Euro-Jobs...). Das spürt die große Mehrheit der Kolleginnen Tag für Tag am
eigenen Leib, im Betrieb, als von Entlassung Bedrohte, als Leiharbeiterinnen,
als Erwerbslose...
Der reale Angriff der Nazis auf der Straße ist seit
Jahren Realität für alle, die nach Ansicht der Nazis „undeutsch" sind. Ist
Realität für die Antifas, die sich den Nazis entgegenstellen und es dabei massiv
mit der Staatsgewalt zu tun bekommen und vielfach mit hohen Strafen überzogen
werden. Mit Polizei-Großaufgeboten werden Woche für Woche Nazi-Aufmärsche gegen
Proteste durchgesetzt.
In jüngster Zeit haben sich drei Entwicklungen
bedrohlich verschärft:
1. Die Nazis versuchen verstärkt in den Betrieben und
in den Gewerkschaften Fuß zu fassen
Ob bei Conti (ehemals VDO) in Karben oder bei
BikeSystems in Nordhausen, die Nazis versuchen durch geheuchelte
„Solidarität" verstärkt Einfluss zu gewinnen. Dass sie das nicht ohne
Erfolg tun, zeigen alarmierende Erfahrungsberichte aus verschiedenen Betrieben,
wie sie z. B. im April 2008 beim bundesweiten „Ratschlag gegen rechts" der
IG Metall von Kolleginnen vorgetragen wurden.
2. Gewerkschafterinnen sind zunehmend im Visier des
Nazi-Terrors
Bocholt: Mit einem massiven Aufgebot von vermummten Nazis wurde
im Januar 2008 der ver.di-Gewerkschafter R. Sauer und seine Familie zuhause
körperlich und verbal bedroht.
Düren: Nazis gehen gegen eine Metallerin vor. Sie wird wegen
ihrer antifaschistischen Arbeit terrorisiert, körperlich misshandelt und mit
dem Tod bedroht.
Jena: Durch Strafanzeigen und direkte Bedrohungen versuchen
die Nazis Gewerkschafterinnen einzuschüchtern, die offen gegen Nazi-Aktivitäten
aufrufen.
Erfurt: Nazis versuchen seit Jahren den antifaschistischen
Gewerkschafter Angelo Luzifero fertig zu machen. Dazu kommen staatliche
Repressalien und Schikanen durch die ver.di-Führung (Entlassung als
Gewerkschaftsfunktionär).
3. Nazis stören zunehmend gewerkschaftliche
Veranstaltungen
Mannheim: Am 27. November 2006 infiltrierten NPD-Nazis eine
gewerkschaftliche Veranstaltung in Mannheim-Rheinau im Saal.
Hamburg: Am 16. November 2006 sprengten 20 NPD-Nazis und „Freie
Kameradschaften"-Nazis eine antifaschistische Veranstaltung der DGB-Jugend
im Hamburger Stadtteil Wandsbek.
Und das sind nur einige wenige Beispiele... (siehe u.
a. www.arug.de)
Beispiele für gemeinsamen Kampf und gegenseitige
Unterstützung von Gewerkschafterinnen und Antifa!
1. Gewerkschafterinnen stellen sich innerhalb und
außerhalb der Betriebe gegen die Nazis!
Karben (Hessen): Bei VDO (jetzt Conti) zog am 12.01.2008 die
Frühschicht vor das Werkstor, um gegen eine angekündigte NPD-Wahlkundgebung vor
ihrem Tor zu protestieren. Diese fand dann nicht statt!
3.500 Auszubildende aus allen VW-Werken demonstrierten im Januar 2008
gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Nazis, (metallzeitung 2/08)
Hamburg: Der Gesamtbetriebsrat der Hafenarbeiterinnen hat in
Hamburg am 16.02.08 zu einer Demonstration gegen den drohenden Nazi-Aufmarsch
in Hamburg am 1. Mai 2008 aufgerufen und diese Aktion zusammen mit der Antifa
durchgeführt!
2. Antifa unterstützen streikende Gewerkschafterinnen!
Berlin: Anfang März besuchten 50 Antifas die Streikposten der
Berliner BVG mit Verpflegung und einem großen Solidaritätstransparent. Neben
politischen Diskussionen über Nazi-Symbole gab es auch weitere Verabredungen,
den Streik zu unterstützen. Kurz darauf erstatteten die Streikenden bei der
Antifa aus Weißensee einen Gegenbesuch. Antifas unterstützten außerdem den
Demonstrationszug der streikenden Kolleginnen der Klinik Prenzlauer Berg gegen
die Schließung des Klinikums, wobei sie gemeinsam eine Straßenblockade
durchführten.
3. Gewerkschafterinnen und Antifa gemeinsam gegen
Nazis!
Bremen: Am 19.04.2008 gelang es mehreren Dutzend Antifas und
rund 100 Gewerkschafterinnen kurz entschlossen einen NPD-Stand vor dem
Gewerkschaftshaus abzuräumen und das „normale" Vorgehen der Polizei gegen
die Antifas zu verhindern. („Sind die Gewerkschaftler noch da? Ja. Dann noch
ruhig halten", so ein Einsatzleiter zu einem Zivilpolizisten laut taz.de)
Also - es geht doch! Gute Beispiele für die Zukunft!
Bei den Antifas wird in letzter Zeit verstärkt über
die Zusammenarbeit mit Gewerkschafterinnen diskutiert. In diese Richtung geht
z. B. eine Diskussionsveranstaltung über betriebliche und gewerkschaftliche
Kämpfe der Antifa Hannover (AAH) Anfang Mai 2008. Zum anderen suchen zunehmend
auch Gewerkschafterinnen das Bündnis mit der Antifa.
Wir wollen keineswegs die Augen davor verschließen,
dass hierbei auch Probleme und Hindernisse auftauchen.
- Nicht wenige Gewerkschafterinnen beargwöhnen „die
da", wenn sie praktisch mit Antifa-Kräften zusammen kommen. Der
entscheidende Punkt ist hier eindeutig das Kriterium der Solidarität: Wer der
Boden der Solidarität mit den militanten Antifa verlässt, unterstützt die
reaktionäre Hetze der Herrschenden! Keine Distanzierung, Diffamierung und Hetze gegen
militante Antifas dulden!
- Unter den Antifa gibt es durchaus die Haltung, dass
mit Gewerkschafterinnen doch nicht viel anzufangen sei. Dies ist zwar nur allzu
berechtigt in Bezug auf die DGB-Fürsten und deren bürokratischen Anhang, die
abwiegeln, wo sie nur können. Dennoch, ein erfolgreicher Anti-Nazi-Kampf ist auf längere
Sicht unmöglich, wenn es nicht gelingt, die Arbeiterinnen und anderen Werktätigen
in den Betrieben für den Antifa-Kampf gemeinsam mit anderen Antifaschistlnnen
zu mobilisieren. Das geht nicht ohne Zusammenschluss mit den ehrlichen
Gewerkschafterinnen.
Verstärken wir die ZUSAMMENARBEIT der Gewerkschafterlnnen und
der Antifa gegen Ausbeutung, gegen staatliche Unterdrückung und Nazis, gegen
deutschen Nationalismus, Rassismus und Standortchauvinismus, in engster Solidarität
mit allen davon Betroffenen!
Kontakt: Gewerkschafterinnen und Antifa gemeinsam gegen
Dummheit und Reaktion c/o Infoladen Bremen, St. Pauli-Str. 10-12, 28203 Bremen,
oderemail: gewantifa@yahoo.de
Unsere bisherigen Flugblätter sind auch nachzulesen im
Internet unter: www.labournet.de/diskussion/rechten/gewantifa.html
GewantifaDocumente
| Anhang | Größe |
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