Angesichts der Zunahme von Erwerbslosigkeit und Elend
GewerkschafterInnen und Antifa gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion, Flugblatt Nr. 6, Januar 2005:
Angesichts der Zunahme von Erwerbslosigkeit und Elend:
KLASSENKAMPF VORBEREITEN UND ORGANISIEREN -
statt Klauen als Programm und konsumierend kapitulieren!
Das Ausmaß der Auswirkungen von Hartz IV wird nun im Jahre 2005 spürbar und sichtbar werden.
Die Erwerbslosen spüren es als erstes massiv und direkt; die Kolleginnen und Kollegen, die noch Gelegenheit haben, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, spüren es indirekt durch die Erhöhung des Drucks am Arbeitsplatz und die Erniedrigungen am Arbeitsplatz. Beides nimmt täglich zu.
Deutlich einfacher wird es möglich zu erklären, daß das Tempo dieser brutalen Rückwärtsbewegung nur durch entschiedenen gemeinsamen Kampf ALLER direkt oder indirekt Betroffenen verlangsamt werden kann.
Deutlich einfacher wird es möglich zu erklären, daß aller Pippifax von kleinen und kleinsten Forderungen mehr schadet als nützt, wenn nicht das GANZE SYSTEM, das Streben nach Profit, nach größtmöglichem Profit, mit seinem staatlichen Wachpersonal entlarvt, angegriffen und so radikal wie möglich platt gemacht wird.
Unser Anliegen „Gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion", also ein gemeinsamer Kampf von GewerkschafterInnen und Antifa schließt ein, sozusagen in zwei Richtungen unserer Wut gut überlegt freien Lauf zu lassen:
ERSTENS: Es ist unerträglich, daß GewerkschafterInnen dulden, daß z.B. Erwerbslose nicht in die Gewerkschaften eintreten dürfen, daß ein gemeinsamer Kampf zwischen Erwerbslosen und „Arbeit habenden" von Gewerkschaftschefs (die Harz IV letztlich unterstützen) sabotiert und oft genug auch von aktiven Kolleginnen und Kollegen überhaupt nicht als Aufgabe gesehen wird. DAS BEDEUTET IM GRUNDE KAPITULATION!
Daraus folgt die klare Aufgabe, in - vor allem unteren -Gewerkschaftseinheiten diese Frage auf die Tagesordnung zu setzten, selbst gemeinsame, militante Aktionen vorzubereiten, anzusetzen und durchzuführen - auch und gerade ohne und gegen die DGB-Chefs.
ANTIFA-Gruppen (klar nicht einheitlich, mit teils riesigen Unterschieden und Gegensätzen in ihren Ansichten) wenden sich in letzte Zeit teilweise an zu meist jugendliche Erwerbslose, wollen sie in den Kampf gegen Nazis und Kapitalismus einbeziehen! Genau!! Hervorragend !! Weiter so!! ABER:
ZWEITENS: Unsere Wut richtet sich auch gegen dümmliche Parolen, die „populär-volkstümlich" ankommen wollen, und raschen KONSUM den Erwerbslosen versprechen: „Klau Dir Dein Leben zurück" heißt es etwa (Flugblatt der Antifaschistischen Linken Berlin, verteilt auf der Rosa - Karl Demo Januar 2004) und „der gute alte Kaufhausklau" wird dort empfohlen.
Die „gute alte Kaufhausklau" - Parole ist dumm und reaktionär, nicht weil wir irgendwelche moralischen Bedenken hätten. Was ist eine Bankräuber gegen den Gründer, den Besitzer einer Bank, wie Brecht sinngemäß formulierte, doch für ein „Ehrenmann"!!
Nein, hier wird von der entscheidenden Eigentumsfrage, dem Besitz an Banken, Fabriken, an „Produktionsmitteln" abgelenkt auf die unterste,. Schiene, auf den kostenlosen Konsum, um Jugendliche „anzulocken".
( Dass das böse ins Auge gehen kann, insbesondere für Jugendliche mit prekären Aufenthaltsgenehmigungen, sei nur am Rande erwähnt. Aber ganz unwichtig ist es auch nicht. Weiter wird in diesem Flugblatt in der verqueren Sprache eines wichtigtuerischen Philosophiestudenten, der sich weigert die „blauen Bände" (Marx und Engels) zu lesen, angeberisch von „Subjekten", die sich „zwanghafte Verhältnisse ... selbst auferlegen", gefaselt! Und noch eins darauf: Es wird vor „traditionellen Vorstellungen von Revolution" gewarnt! Wir vermuten und hoffen, dass hier eher ein oder zwei „Gruppenfürsten" dummes und reaktionäres Zeug runter geschrieben haben, dass viele ANTIFA GAR NICHT WIRKLICH UNTERSTÜTZEN. Denn solche Phrasen bedeuten ja im Grunde: Klassenfeinde gibt es nicht so recht, es gibt eher. „zwanghafte Verhältnisse", die Menschen „sich selbst auferlegen"! Wie befreit man sich davon ? Nach dieser verqueren Logik: Konsumieren, klauen, konsumieren, klauen konsumieren, klauen! Was für eine „antikapitalistische" Logik!!)
Was bleibt? Dummes und reaktionäres Zeug:
Denn der „Kaufhaus-Klau" als Lockmittel für Jugendliche ist ganz gewiss der falsche Weg, ja er beinhalten den Weg der Kapitulation vor dem Klassenfeind und die „konsumorientierte" Ablenkung vom Klassenkampf.
Aber in Wirklichkeit gilt es doch gerade , den Klassenkampf gegen den Klassenfeind vorzubereiten und zu organisieren.
Gemeinsam mit den Erwerbslosen müssen GewerkschafterInnen und Antifa 2005 Aktionen, Demonstrationen und den Kampf vorbereiten und organisieren, gegen die sich tarnenden und die offenen Nationalisten und Nazis, gegen Dummheit und Reaktion!
Der Kernpunkt des Kapitalismus ist das Privateigentum an Fabriken und Banken, an den Produktionsmitteln!
Die ENTEIGNUNG des Kapitals - darum geht es!
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