Aktivistinnen aus Frankreich als Zeichen der Solidarität einladen, um aus ihren Erfahrungen zu lernen!
GewerkschafterInnen und Antifa gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion, Flugblatt Nr. 11, April 2006 (2.Auflage);
Aktivistinnen aus Frankreich als Zeichen der Solidarität einladen, um aus ihren Erfahrungen zu lernen!
Ça suffit - Es ist genug!! Kampf den deutschen Zuständen!
Frankreich brennt, Deutschland pennt?
Die Kämpfe in Frankreich solidarisch unterstützen! Aus den Kämpfen in Frankreich lernen!
Seit Mitte Januar haben sich in Frankreich massenhafte Kämpfe gegen die „CPE" (Abschaffung des Kündigungsschutzes für unter 26jährige) entwickelt.
Hunderttausende Studentinnen, Schülerinnen gehen gemeinsam auf die Straße. Schulen und Unis werden dicht gemacht. 70% der insgesamt 84 französischen Universitäten bleiben geschlossen.
Im Laufe dieser Proteste entstand ein breites Bündnis unterschiedlicher Schichten. Arbeiterinnen, Gewerkschafterinnen, Erwerbslose, Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern haben sich angeschlossen, schalten sich in die Kämpfe ein. Sie demonstrieren gemeinsam, ideenreich und militant. Bahnhöfe, Autobahnen, Schulen und Unis werden besetzt. Aus dem Protest heraus wurde ein Organisationskomitee der Studentinnen, Erwerbslosen und Arbeiterinnen gebildet, das landesweite Protest- und Streiktage organisiert. Hervorzuheben ist vor allem auch im Gegensatz zu den verfluchten „deutschen Zuständen" die bisherige konsequente Haltung, sich nicht auf Verhandlungen über faule Kompromisse einzulassen und mit Scheinangeboten der Regierung abspeisen zu lassen.
Keine Frage, solche Proteste und Kämpfe sind auch in Deutschland bitter nötig. Es gibt auch bei uns reichlich Gründe für ein „Ça suffit" - es ist genug. Hartz IV, Durchlöcherung des Kündigungsschutzes, Rente mit 67...!!
Doch trotz immer wieder guter Ansätze wie die Hartz-IV-Proteste der letzten Jahre, der Streik bei Opel Bochum, AEG, aktuell die Kämpfe bei Gate Gourmet und CNH-Berlin sowie die Verdi- und Metaller-Streiks und Proteste der Werktätigen im Gesundheitsbereich sind wir noch weit entfernt von französischen Verhältnissen! Die Gefahr ist, dass dann doch immer wieder mit hilfreicher Unterstützung der Gewerkschaftsführung und ihres Apparats am Ende alles im „deutschen Rahmen" bleibt. Entsprechend still ist es natürlich bei den Funktionären des DGB. Auf die rhetorische Frage: „Wann lernen Sie Französisch" antwortete etwa die IGM-Bezirksleiterin Küste, Jutta Blankau: „Ich glaube, das man die Kulturen nicht miteinander vergleichen kann." („junge weit", 30.03.06)
Wenn dem so ist, steht zwingend eine „Kulturrevolution" an!!
Damit längerfristig aus den „typisch deutschen Auseinandersetzungen" (J. Blankau, s.o.) französische Verhältnisse werden, müssen wir für die internationalistische Solidarität mit den französischen Aktivistinnen begeistern, ihre Erfahrungen hier bekannt machen und von ihnen lernen.
Das müssen die kämpferischen Gewerkschafterinnen, Antifas und andere Internationalistinnen jetzt selbst in die Hände nehmen und organisieren.
Dazu gehört sicherlich:
Direkte Kontakte herstellen und nach Frankreich fahren!
Die Erfahrungen der französischen Aktivistinnen hier bekannt machen, die von den Medien und dem DGB größtenteils unterschlagen werden!
Aktivistinnen aus Frankreich als Zeichen der Solidarität einladen, um aus ihren Erfahrungen zu lernen!
» Die Nutzung der Gewerkschaftsräume zum Erfahrungsaustausch durchsetzen!
Kolleginnen und Genossinnen, die diese Aufgaben angehen wollen, können sich an uns wenden. Wir sind bereit, im Rahmen unserer Möglichkeiten solche Veranstaltungen zu unterstützen, bekannt zu machen und Erfahrungsberichte aus Frankreich zu verbreiten.
„In Erwägung uns'rer Schwäche machtet ihr Gesetze, die uns knechten soll'n. Die Gesetze seien künftig nicht beachtet in Erwägung, dass wir nicht mehr Knecht sein wollen."
(B. Brecht, „Resolution der Kommunarden")
La lucha continua! - Der Kampf geht weiter!
Solidaritätsadresse an die kämpfenden Arbeiterinnen von VW-Navarra
Liebe Kolleginnen, liebe Genossinnen!
Auf den Versuch der deutschen Kapitalisten von VW, einen Tarifvertrag zur Verschlechterung Eurer heutigen Arbeitsbedingungen (wie z.B. Verlängerung der Arbeitszeiten, Urlaubskürzung) mit der erpresserischen Androhung von Produktionsverlagerung (Arbeitsplatzvernichtung) durchzusetzen, habt ihr am 7. März 2006 beispielhaft für alle VW-Arbeiterlnnen mit der Entscheidung zum Widerstand, zum Streik geantwortet. Nur mit einer solchen kämpferischen und konsequenten Haltung wird es möglich sein, die Strategie von Volkswagen als weltweit agierender Ausbeuter zu durchkreuzen: die Arbeiterinnen der VW-Standorte gegeneinander auszuspielen und massive Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen immer wieder durchsetzen zu können!
Eine besondere internationalistische Verpflichtung besteht Euch gegenüber gerade auch für Gewerkschafterinnen und Arbeiterinnen in den deutschen VW-Werken! Gegen das deutsche „System VW", das geprägt ist von extremer Ideologie der „Volksgemeinschaft", der weitgehenden „Befriedung" in den deutschen VW-Werken und der ekelhaften Tradition eines „Nazi-Musterbetriebes" gilt es zusammen mit den kämpferischsten Kolleginnen die internationale Solidarität zu organisieren, die Arbeiterinnen hier über euren Kampf umfassend zu informieren und wo möglich eurem Beispiel folgend selber den Kampf gegen Ausbeutung und Erpressung der VW-Kapitalisten hier aufzunehmen. So heißt es auch richtiger Weise in der Resolution der Vollversammlung der IG Metall Vertrauensleute VW BU Braunschweig: „Diese Abwärtsspirale unserer Arbeits- und Lebensbedingungen muss endlich ein Ende haben. Euer Kampf kann nur ein Anfang sein, wieder zu dem eigentlichen Grundgedanken der Gewerkschaften, sich eben nicht gegenseitig zu unterbieten, zurück zu kehren. Aber es ist ein sehr, sehr guter Anfang."
Wir wünschen Euch in eurem Kampf weiterhin Durchhalte vermögen und viel Erfolg!
Internationalistische und solidarische Grüße senden Euch die „Gewerkschafterinnen und Antifa gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion" (15.4.06)
GewantifaDocumente
| Anhang | Größe |
|---|---|
| nr11.pdf | 242.8 KB |
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